Radfahren ist ein Beitrag zur Luftreinhaltung. Das Benutzen von Fahrrädern reduziert die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden. Doch nicht erst seit das Landesamt für Umweltschutz der Stadt Halle schlechte Luftqualitätswerte bescheinigt hat, ziehen viele Hallenser das Fahrrad dem Auto vor. Es hat niedrigere Betriebskosten, man findet schneller einen Abstellplatz und häufig ist man mit dem Rad in der Stadt sogar noch schneller unterwegs als mit dem Auto.
Das Radverkehrswegekonzept stammt von 1995. Seitdem hat sich einiges getan. Die Hauptrouten durch die Stadt sind jedoch nach wie vor unbefriedigend. Gerade entlang der Hauptstraßen sind die Radspuren in einem auffällig schlechten Zustand. Hier besteht seit Jahren Handlungsbedarf.
Die Lebensqualität einer Stadt bemisst sich auch an ihren Fahrradwegen. Neben Ausflüglern, Schülern und Menschen auf dem Weg zur Arbeit nutzen auch viele Studenten das Rad. Halle als Universitätsstadt konkurriert unter anderem mit fahrradfreundlicheren Universitätsstädten wie Münster, Göttingen und Erlangen.
Durch Halle führt auch der insgesamt 407 km lange Saaleradwanderweg. Leider ist davon nicht viel zu sehen, da er auffällig schlecht ausgeschildert ist. Bei seinem Zustand ist das vielleicht besser so. Radtouristen könnten die Sehenswürdigkeiten der Stadt wunderbar von der Saale aus erkunden. Dies würde jedoch voraussetzen, dass man den Saaleradwanderweg auch benutzen kann und möchte.
Der Weg zwischen der Peißnitz und der Talstraße in Kröllwitz ist sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer gedacht. Er ist unbefestigt, rutschig und zur Saale hin abschüssig. Man sieht sich schon mittendrin im „erholsamen Nass“.
In der Mansfelder Straße befinden sich große Straßenbahnrillen. Auch ist der Abstand zwischen Straßenbahn und Fahrradfahrern viel zu schmal. So schließt man schnell unliebsame Bekanntschaft. Jetzt wird die Mansfelder Straße einschließlich der Klausbrücke (hoffentlich radfahrerfreundlich) grundhaft ausgebaut.
Hallesche Radwege zeichnen sich gern durch Schlaglöcher aus. In dem Punkt stehen sie den Straßen in nichts nach. Fahrradfahren ist gesund. Aber geländegängig sollte das Zweirad schon sein. So dürfen unsere Fahrradfahrer oft genug einen Hindernisparcours überwinden. Sicher gibt es gerade in der halleschen Innenstadt erhebliche Parkplatzprobleme. Dies stellt die Autofahrer immer wieder vor kreative Herausforderungen. Jedoch handelt es sich bei Fahrradwegen nun mal beim besten Willen nicht um Ersatzparkplätze.
Es ist im Interesse der Stadt und auch der Autofahrer, wenn Verkehrsteilnehmer das Fahrrad vorziehen und somit die Autoschlange nicht noch länger machen. Fahrradfahren hilft Staus zu vermeiden. Insofern sollte etwas mehr Rücksichtnahme zu erwarten sein.