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Sehr geehrte Besucher,

wir freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Auf diesen Seiten finden Sie Informationen über unsere Politik im halleschen Stadtrat und über unsere Stadträte.

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27.01.2010

Schulnetzplanung als Ergebnis von Zufällen?

Das Land hat den Landkreisen und kreisfreien Städten die Schulnetzplanung übertragen, davon ausgehend, dass vor Ort Entscheidungen bürgernäher getroffen werden können. In vielen Kommunen funktioniert das gut, auch wenn die Räte lieber eine Schule mehr offen lassen und das Schulverwaltungsamt im Gegenzug zwangsweise Genehmigungen entzieht.

Da die Kommunen Träger der Schulen sind, hat sich in den letzten Jahren allerorten die Erkenntnis durchgesetzt, dass Investitionsentscheidungen eine Bestandsprognose erfordern. Leider hat Sachsen-Anhalt drastisch unter einem Bevölkerungsrückgang zu leiden, mit der Folge von Schulschließungen, wobei allerdings gegenwärtig der Tiefpunkt bei den Schülerzahlen erreicht zu sein scheint.

In dünnbesiedelten Kreisen ist eine Entscheidung für oder gegen eine Schule mit großen Auswirkungen auf die Schulwege verbunden, während in den Städten die Wege noch überschaubar sind. Trotz allen Ärgers haben die Eltern und Schüler ein Recht, zu erfahren, wie die Prognose für ihre Schule steht, anstatt durch Hängepartien vertröstet zu werden und dann mitten im Schuljahr die Schule wechseln zu müssen. Neue pädagogische Entwicklungen haben ebenso Einfluss auf den Bedarf an bestimmten Schulformen.

Schaut man sich die Planungen in Halle in den letzten Jahren an, so wurden vielfach Entscheidungen verschleppt und teilweise in die Gebäude investiert, die kurz darauf mangels Schüler geschlossen wurden. Eine Verschwendung von Mitteln, an denen es in Halle ansonsten wahrlich fehlt.

Im Moment werden zwei neue Kapitel im Trauerspiel der Entscheidungsarmut des Rathauses geschrieben. Unzweifelhaft wird sich die Zahl der Förderschulen verringern, zum einen aufgrund der Demographie, zum anderen wenn es endlich gelingt durch intensive Förderung den Anteil an Schülern in Spezialschulen zu verringern. Jeder normale Mensch würde jetzt die Einzugsbereiche betrachten und den Zustand der Gebäude analysieren um daraus Bestandsentscheidungen vorzubereiten.

Anders in Halle. Hier soll eine gerissene Lampenaufhängung die Schließung der Schule am Jägerplatz entscheiden, obgleich an anderen Schulen Millionen zur Sanierung benötigt werden und in anderen Stadtteilen zwei Schulen relativ nah beieinander sind. Im März soll es eine neue Vorlage im Stadtrat geben – wir sind gespannt.

Dasselbe Chaos, nur vom anderen Ende, plagt die berufsbildenden Schulen. In der letzten Stadtratssitzung lag zunächst ein Baubeschluss zum berufsbildenden Zentrum Grasnelkenweg vor, mit der Begründung, es wären Konjunkturpaktmittel. Diese Vorlage wurde von der Oberbürgermeisterin zurückgezogen, nachdem Sie erfuhr, dass es keine Konjunkturpaktmittel wären.

Gegenwärtig wird am Hallmarkt an einem kommunalen Bildungszentrum gebaut, ohne zu den beiden berufsbildenden Schulen Gutjahr und Dreyhaupt ein Konzept vorzulegen. Parallel dazu verkündet der zuständige Beigeordnete Herr Kogge, demnächst ein Konzept zu den berufsbildenden Schulen vorzulegen. Es gibt also in unserer Stadt kein Gesamtkonzept zur Entwicklung dieses wichtigen Bereiches der Bildung und gleichzeitig werden Bildungsgänge vereinigt, Gebäude vakant gestellt und Baubeschlüsse eingereicht.

Zufällige Fördermittel des Bundes entscheiden offenbar über die Chancen unserer Jugendlichen in der Ausbildung oder beim nachträglichen Erlangen eines Schulabschlusses. Die Fachleute verzweifeln, weil gute Pläne nicht umgesetzt werden und anderseits besteht die Gefahr, sanierte Gebäude leer stehen zu lassen. Der Verlierer ist immer die Jugend unserer Stadt. Es wird Zeit, dass die Rathausspitze anfängt zu arbeiten, oder müsste sie auch mal die Schulbank drücken?

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23.12.2009

Weihnachtszeit – Geschenkezeit!

Das Jahr 2009 neigt sich dem Ende. Es war ein sehr turbulentes und ereignisreiches Jahr. Wir meinen damit nicht nur die große Finanzkrise und deren Auswirkungen, welche uns dubiose Finanzmakler und Banken durch ihr unverantwortliches Handeln beschert haben, sondern vor allem das Anwachsen der FDP, welches sich in den Ergebnissen der Kommunal- und Bundestagswahlen widerspiegelte.

Hat die Finanzkrise und deren Auswirkungen gezeigt, wie schnell uns die „Großen“ im Finanz- und Industriesektor ohne persönliche Konsequenzen ruinieren können, hat aber auch der Mittelstand dokumentiert, dass er stabil und zuverlässig ist. Während für die größten Banken und Industriebetriebe „Rettungspakete“ von der Regierung geschnürt wurden, schafften es die mittleren Unternehmen durch Eigeninitiative größtenteils  selbst Lösungen für die Existenz ihrer Unternehmen zu finden und damit Arbeitsplätze zu sichern.

Der Mittelstand ist also der Garant für eine stabile Wirtschaft und damit die FDP als deren Partei der Garant für eine solide Politik. Ich glaube, darauf können wir zu Recht stolz sein! Den Mittelstand stärken ist also eine wichtige Aufgabe, auch in unserer Stadt Halle. Gerade jetzt in der Weihnachtszeit, wo Geschenke für all unsere Lieben gekauft werden, können wir Flagge zeigen und dazu beitragen, dass das Geld in unserer Region bleibt.

Ein Einkaufsbummel durch die vielen kleinen festlich geschmückten Geschäfte lohnt sich doch gerade jetzt besonders und jedes gekaufte Geschenk hilft den ansässigen Händlern sich wirtschaftlich zu stabilisieren und sichert die Steuereinnahmen für unsere Region. Müssen wir wirklich immer mehr bei Versandhäusern und im Internet einkaufen? Lassen wir doch lieber das Geld in unserer Stadt und in unserer Region!

Neben dem besonderen Flair eines Einkaufsbummels durch unsere Innenstadt ist es doch immer wieder ein Erlebnis, wenn man durch die Geschäfte schlendert, einkauft und dabei noch fachkundig und persönlich beraten wird und dann den Abend auf dem Weihnachtsmarkt ausklingen lässt.

Dies geht auch an den letzten Adventssonntagen, denn unsere Innenstadthändler haben am Sonntag, den 13. und 20. Dezember, von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Helfen wir also unseren halleschen Mittelständlern, kaufen unsere Weihnachtsgeschenke hier ein und genießen  die weihnachtlich geschmückte Innenstadt.

In diesem Sinne wünschen wir auch Ihnen schöne Weihnachtsgeschenke, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010.

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19.11.2009

Untergang der Ballsporthalle im Sumpf von Neustadt

In seiner Sitzung vom 30.9.09 votierte der Stadtrat für Neustadt als Standort der neuen Ballsporthalle. Grundlage des Beschlusses ist die Untersuchung der Verwaltung über die Standorte Kreuzvorwerk und Neustadt. Gefördert werden soll der hallesche Damen Hand- und Basketball.

Unter sportfachlichen Aspekten kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass der Bau an beiden Standorten gleichermaßen zu vertreten ist. Synergieeffekte ist das in Rat und Ausschüssen häufig verwendete Schlagwort. Nach unserer Meinung liegen die Vorteile ganz überwiegend auf Seiten des Kreuzvorwerks: Der Olympiastützpunkt, das Sportinternat, der neue Großverein USV-SV Halle, der auf lange Sicht an das Kreuzvorwerk gebunden bleibt, fallen als Anker-Nutzer der Halle in Neustadt aus. Zudem hätte man zusammen mit der Brandbergehalle die Möglichkeit, große Turniere zu veranstalten. Doch leider wurde wieder die Chance auf einen Sportcampus mit Vorbildcharakter vertan.

Behauptet wird, dass Neustadt bezüglich der Kosten für die Bebaubarkeit deutlich günstiger abschneide. Die Verwaltung sieht das Vorhaben wegen möglicher Klagen von Nachbarn am Kreuzvorwerk erschwert und verkennt, dass auch in Neustadt aus Richtung Gartenstadt Nietleben derartige zu erwarten sind. Für die Regenwasserentsorgung am Kreuzvorwerk werden Alternativen vorgestellt und die teuerste Lösung angesetzt. Durch Zählung der bunten Linien auf dem Netzplan der HAVAG kam man zur Erkenntnis, in Neustadt lege eine bessere ÖPNV-Anbindung vor. Der Fahrplan zeigt jedoch, dass viele Linien nicht an Spieltagen und in den Abendstunden verkehren oder nur mit Rufbussen bedient werden. Gutachten zum Immissionsschutz sind an beiden Standorten nötig, wobei sich die Kosten für Schutzmaßnahmen am Kreuzvorwerk auf € 50 T, und in Neustadt auf € 0 belaufen sollen. Streicht man jedoch den Umbau der Kreuzung am Kreuzvorwerk der nur notwendig wäre wenn die Parkplätze an der Dölauer Straße 65 ignoriert werden, liegen beide Standorte im Ergebnis gleich auf.

Eine Entscheidungshilfe der Verwaltung für den Rat sollte durch Objektivität bestechen. Bei der Ballsporthalle wird man das Gefühl nicht los, die Verwaltung hätte in ihrem Untersuchungsbericht schon im Vorfeld eine Entscheidung gegen den Standort Kreuzvorwerk gefällt.

Der Stadtrat legte zwar seine Präferenz auf die Förderung des Ballsports, sollte aber den Sportstandort Halle insgesamt stärken. Am Ende stand jedoch ein imaginärer Privatinvestor für Neustadt übergroß im Hintergrund.

Nun verfügt Halle bald über eine leider im Sumpfgebiet von Neustadt untergehende Ballsporthalle.

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13.10.2009

Weltweit – weltoffen?

Freundschaften kann man sich bekanntermaßen aussuchen, Verwandte nicht. Aber gerade Freundschaften wollen gepflegt sein, sonst …

Halle gibt sich gerne weltoffen, besonders wenn es händelt oder die aufgewertete Leopoldina ihre Jahrestagungen abhält. Dann weht ein Hauch von großer weiter Welt durch Halle, aber sonst …

Städtepartner- und -freundschaften sollten nach dem 2. Weltkrieg die tiefe Kluft zwischen den Völkern überwinden helfen. So nimmt es nicht wunder, dass ein Großteil der Städtepartnerschaften Halles, bereits zu Vorwendezeiten mit europäischen Städten eingegangen wurden. Oulu, Linz, Grenoble, Coimbra waren die ersten und damit am Längsten existierenden (1972-1976). Und, man höre und staune, auch Karlsruhe als bundesdeutsche Großstadt war bereits 1987 offiziell dabei. Im Vorfeld dieser Städtepartnerschaft waren aber bereits vielfältige Kontakte geknüpft worden, an denen unsere Heidi Eckert nicht unmaßgeblich beteiligt war. Diese deutsch-deutschen Beziehungen waren die ersten Streifen am Horizont einer sich anbahnenden Entwicklung, der wir gerade in diesen Tagen dankbar gedenken.

Nun hat unser Stadtrat im Februar 2009 in seiner unergründlichen Weisheit beschlossen, mit der chinesischen 4-Millionen-Stadt Jiaxing im Weichbild von Shanghai eine Städtepartnerschaft einzugehen. Aber so ganz ohne Widerstände und Diskussionen ging das nicht über die Bühne. Da war zunächst die Olympiade 2008 in Peking mit ihren Unwägbarkeiten, die Tibeter- und Uigurenproteste, die blutig niedergeschlagen wurden, die nach unseren Maßstäben undemokratischen Strukturen, die Verletzung der Menschenrechte, die Todesstrafe u.s.w.  Muss das „kleine“ Halle wirklich die Vermessenheit besitzen, unbedingt mit einer 4-Millionenstadt aus Südchina eine Städtepartnerschaft einzugehen?

„Das Ziel einer Städtepartnerschaft sollte die Begegnung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der Partnerstädte, unabhängig von ihrem Beruf, dem Alter, sozialen Position usw. sein“. Weiterhin „die Größe, Struktur, das Vereinsleben u. ä. einer Stadt“ steht auf www.halle.de. Zunehmend scheinen aber wirtschaftliche Interessen das Eingehen von Partnerschaften zu bestimmen. Doch funktioniert die Wirtschaft nicht genauso gut ohne eine offizielle Städtepartnerschaft? Und was kostet uns das Ausleben dieser Partnerschaft?

Nun möchte Halle eine neue Verbindung mit Savannah im US-Bundesstaat Georgia eingehen. Diese liebenswerte Stadt mit ihrem sinnlichen Südstaaten-Charme hat bereits seit Jahrhunderten Verbindungen zu Halle. Das sind in den halleschen Franckeschen Stiftungen ausgebildete Pastoren, die den protestantischen Vertriebenen aus dem katholischen Salzburg 1730 bei ihrer Flucht in die damals neu gegründete Kolonie Georgia

halfen und sie begleiteten. Nicht wenige erlangten führende Positionen in der frühen amerikanischen Geschichte.

So bekommt diese angestrebte Partnerschaft durch gelebte Geschichte einen Sinn. Und Halle besitzt nicht nur deswegen, sondern, überreicht vom dortigen Bürgermeister, bereits einen symbolischen Schlüssel zur Stadt Savannah.

Bei dieser Gelegenheit sollte man auch die Aktivitäten zu den bestehenden Partnerschaften auf den Prüfstand stellen und sich fragen, sollte hier nicht zunächst angesetzt und diese Verbindungen noch besser mit Leben erfüllt werden?

Es gibt noch viel zu tun, bis Halle wirklich weltweit offen ist.

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15.09.2009

Die Leichtathletik WM 2009 – ohne Hallenser nur halb so gut

Im August dieses Jahres fand in Deutschland das drittgrößte Sportereignis weltweit statt und entgegen einiger Negativberichte der Medien waren es beeindruckende Wettkämpfe in wahrhaft weltmeisterlicher Atmosphäre. Als Leichtathletikpräsident hatte ich das Vergnügen, diesen Wettkämpfen hautnah beizuwohnen und natürlich unseren halleschen Athleten zuzujubeln.

Um es vorweg zu nehmen, die Stimmung im Stadion war einzigartig leistungsorientiert und frei von Nationalismen. Die Sprünge von Blanka Vlasic wurden genauso angefeuert und gefeiert, wie die von Ariane Friedrich. Unsere Leichtathleten aus Sachsen-Anhalt gehören zu den Leistungsträgern des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, auch wenn nicht alle so auffällig waren, wie Nadine Kleinert mit ihrer Medaillengarantie.

Aus Halle nahmen junge Athleten teil, die wir mit Sicherheit noch auf weiteren internationalen Meisterschafen sehen werden und die am Rande der Wettkämpfe Geschichten schrieben. Norman Müller hat einen konstanten Zehnkampf geliefert und immer wieder Hoffnung auf eine bessere Platzierung geweckt, aber auch für die Mannschaft gestanden. Eine Geste hoher Kameradschaft war sein Einsatz im abschließenden 1500 m Lauf, als er Pascal Behrenbruch versuchte mitzuziehen, um ihn noch den einen oder anderen Platz nach vorn zu bringen. Nadine Müller, die im vorigen Jahr knapp die Olympia-Teilnahme verpasste, hat mit ihren sehr guten 62,04 im Diskusring ein Achtungszeichen gesetzt. Raus aus dem Schatten von Franka Dietzsch, hinein in die Weltspitze, so haben wir unsere Hallenserin gesehen.

Wie nah Licht und Schatten beieinander sind, zeigte der Lauf von Falk Cierpinski, den eine Zwerchfellzerrung bereits nach 5 km ereilte und damit frühzeitig alle Medaillenhoffnungen zunichte machte. Dass er trotzdem den Lauf zu Ende brachte, war echter Kampfgeist.

Die WM wurde auch neben der Laufbahn durch Hallenser geprägt. Lutz Schendel fällte die eine oder andere wichtige Entscheidung als Schiedsrichter und bei den Volunteers hatten sich viele junge Menschen unserer Stadt engagiert.

Halle hat offensichtlich internationales Potential in der Leichtathletik und so kann nur die Hoffnung ausgesprochen werden, dass der Beginn der Sanierung des Stadion Robert-Koch-Straße und die Abkehr von der Idee, die Brandberge-Halle umzunutzen, einen neuen Abschnitt im Umgang der Saale-Stadt mit ihren Sportassen einleitet.

Im Berlino, dem offiziellen WM-Maskottchen, das Stimmung ins Stadion brachte, waren übrigens sichtbar und doch verborgen auch zwei Hallenser bei der WM.

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17.08.2009

Highway To Haendel – die Händelautobahn

Eine Sommerloch-Nachlese

Der geneigte Leser dieser Zeilen erinnert sich vielleicht: Der britische Botschafter Ihrer Majestät, Sir Arthur, erklärte in seiner launigen Rede zur der Eröffnung der Händelfestspiele, wie Händel schnell und problemlos als Engländer vereinnahmt wurde: Verzicht auf die Überstriche in seinem Namen. Eine Schreibweise, wie sie uns heute im Internetzeitalter gegenwärtig ist, nämlich Haendel. So steht es auch auf seiner Grabplatte in der Westminster Abbey.

Viele wollen Händel vereinnahmen, deshalb auch der diesjährige Slogan – Händel der Europäer. Neben den, natürlich einzig wahren Händelfestspielen in unserer Stadt, gibt es sie noch in Karlsruhe. Und, man höre und staune, auch Göttingen hat Händelfestspiele. Diese sind letztlich das Ergebnis der Händelrenaissance um 1920. Lagen anfangs die Veranstaltungen in den Händen der Georg-August-Universität, so organisiert seit 1931 eine Händel-Gesellschaft die Festspiele. Mittlerweile ziehen diese Veranstaltungen Händelfans aus aller Welt an und auch Hallensern sind diese Festspiele nicht mehr unbekannt.

So weilten aus Halle unlängst Vertreter der Händelgesellschaft, der Händelfestspiele, der Stadt und des Stadtrates während der dortigen Festspiele in Göttingen. Der Besuchsgrund war natürlich Händel, aber auch das Bestreben, die Verbindung zwischen beiden Städten enger zu gestalten. Es wurden Vereinbarungen getroffen, um den Austausch von Inszenierungen aber auch den gegenseitigen Besuch von Vorstellungen zu befördern.

Das macht die  A38 möglich. Keiner erinnert sich mehr, wer den Gedanken in einer gemütlichen Runde äußerte, die A38 „Händelautobahn“ zu nennen. Von Händel zu Händel … eben ein „Highway to Haendel“. Es seien mir bei Haendel Anglizismen erlaubt!

Ich finde die Idee jedenfalls prima. Der Zoff mit fehlgeleiteten Göttinger Studenten, die nach Halle kamen, um auf dem Marktplatz die Blumenbeete mit Beton zu übergießen, damit man sehe, wie eine Autobahn die Natur zerstöre, ist vergessen. Händel fuhr in die Welt hinaus, früher per Pferd und Wagen, heute wohl auf der Autobahn – und wurde zu Haendel.

Übrigens, mein Name hat auch Überstriche und das grenzenlose Netz hat sie mir geraubt, wenn ich schreiben muss: woellenweber@… de. Bin ich deshalb schon ein Engländer? Mitnichten – aber weiterhin Haendel-Fan.